Was kostet eine App?

Was kostet eine App? Die ehrliche Antwort: es kommt drauf an. Die wichtigsten Faktoren – von iOS vs. Android über Backend bis Design – einfach erklärt.

Jan Mensch – iOS App Entwickler Jan Mensch ·
Was kostet eine App?

Da habe ich erstmal eine freche Frage zurück: Was kostet ein Haus?

Ja, was kostet denn ein Haus?

Ich will der Frage nicht ausweichen. Ich will darauf aufmerksam machen, dass sie im ersten Moment noch nicht beantwortbar ist. Auch nach einem längeren Erstgespräch ist es höchstens möglich, Kosten in T-Shirt-Größen zu nennen: S, M, L, XL. Reden wir von 5.000 € oder von 50.000 €?

Bei Häusern kann sich die meisten vorstellen was die Kostenpunkte sind: Lage, Grundfläche, Materialien, Erdwärme, Passivhaus… Mit Software hast du wahrscheinlich wenig Berührungspunkte gehabt, daher ist unklar, wie Kosten dort zusammenkommen. Daher dieser Überblick über die wichtigsten Faktoren.

iOS? Android? Beides?

Soll die App auf beiden Plattformen laufen, reden wir eigentlich von zwei Projekten. Dieser Punkt alleine bedeutet Faktor 2 bei den Kosten.

Werden Benutzerdaten zentral verwaltet?

Gibt es Benutzerprofile, Login, oder Inhalte die online verwaltet werden? Dann braucht es ein Backend. Einen Server, der Daten ausspielt. Das ist ein weiteres eigenständiges Softwareprojekt. Je nach Umfang haben wir dann 2 oder sogar 3 Projekte: Eine oder zwei Apps (iOS & Android), dazu ein Backend mit eigener Komplexität in Logik und Planung.

Qualität

Genau wie beim Handwerk kann man auch bei Software Abkürzungen nehmen. Soll die App nur schnell als Prototyp auf den Markt? Dann kann man Kosten sparen, weil man die langfristige Entwicklung nicht berücksichtigen muss. Je länger das Projekt jedoch geplant ist, desto mehr sollte Softwarequalität im Fokus stehen. Wie beim Hausbau spart eine solide Basis auf lange Sicht enorm viel Wartungs- und Reparaturkosten.

Design

Reichen die iOS- und Android-Standardkomponenten, oder soll die App ein eigenes visuelles Gesicht bekommen? Vollständig gestylte Elemente, Animationen, plattformspezifische Unterschiede, all das muss erst entworfen und dann gebaut werden. Je mehr Aufwand ins Design fließt, desto zufriedener sind wahrscheinlich die Benutzer. Aber es kostet eben auch mehr.

Mehrsprachigkeit

Das wird gerne vergessen. Du hast dein Handy wahrscheinlich auf Deutsch. Stellst du es auf Englisch um, werden alle vorher deutschen Apps plötzlich auch englisch. Das zu bauen ist an sich nicht schwer, aber die Übersetzungen müssen irgendwo herkommen. Und mit jeder Sprache muss ein Korrekturlauf durch die App: Texte in anderen Sprachen können deutlich länger sein und das Layout kaputt machen. (Tipp: Teste alle Features für jede Sprache auf mindestens zwei unterschiedlich großen Geräten. Meine Lieblingskombination um Fehler zu finden ist Französisch auf einem iPhone SE.)

Wie ausgereift ist die Idee?

Eine unausgereifte Idee ist nicht nur ein Unsicherheitsfaktor, sie ist auch teuer. Ist ein Feature erst gebaut, so wurde der Aufwand getätigt und bezahlt. Kommt danach eine Planänderung, muss umgebaut oder verworfen und neu entwickelt werden. Aufwand, der sich hätte sparen lassen. Und selbst mit einer perfekt ausgereiften Idee ist Software nicht sicher schätzbar. Das ist sogar ein aktives Forschungsfeld an Universitäten. Und auch die haben noch keine endgültige Antwort.

Ist ein Projekt groß genug, dass es am Stück schwer einschätzbar ist, kann es sinnvoll sein es in Teilabschnitte aufzuteilen und Abschnitt für Abschnitt zu schätzen. So weit wie im aktuellen Moment praktikabel. Auch hier gilt: Gute Kommunikation mit dem Entwickler ist alles.

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