Viele Kunden bekommen ein mulmiges Gefühl, wenn sie hören, dass Apple ihre App ablehnen könnte. Das verstehe ich. Du steckst viel Arbeit und Geld in die Entwicklung. Und dann landet die App vielleicht nie beim Kunden?
Dieser Artikel soll dir die Angst nehmen. Dafür ist das Warum der springende Punkt.
Warum macht Apple das überhaupt?
Die Antwort steckt in einer anderen Frage: Wofür ist Apple bekannt?
Genau. Benutzerfreundlichkeit. Sicherheit. Vertrauen in die Plattform.
Apple stellt die Plattform: iPhone, iPad, App Store, entwickelt die Apps aber nicht selbst. Die kommen von einer breiten Masse an Anbietern. Wie stellt man also Qualität sicher? Man erstellt Anforderungen und prüft die Apps. Es geht um Benutzerfreundlichkeit im weitesten Sinne: Schlechte Apps, Sicherheitslücken, instabile Komponenten, Apps die nach einem iOS-Update nicht mehr funktionieren, all das soll verhindert werden.
Es geht also nicht darum, dir das Leben schwer zu machen. Apple ist froh über jede neue App im Store. Mehr Angebot bedeutet mehr Gründe für Endverbraucher, ein iPhone zu kaufen und nicht zu Android zu wechseln. Aber sie sitzen am langen Hebel und wollen, dass nur Apps im Store landen, bei denen sich Benutzer wohl und sicher fühlen.
Was Apple konkret prüft
Die wichtigsten Punkte:
- Angreifende oder beleidigende Inhalte. Apple lässt Satire und professionellen Humor zu. Wo genau die Grenze liegt, liegt im Ermessen des Reviewers. Pornografie, Darstellungen von Gewalt, religiöse Hetze: klares Nein.
- Kein Schaden für den Benutzer. Weder finanziell (Abzocke) noch körperlich. Bei medizinischen Apps muss nachgewiesen werden, dass regulatorische Anforderungen eingehalten werden.
- Kein Schaden fürs Gerät. Keine Malware, keine Viren.
- Keine offensichtlichen technischen Probleme. Abstürze, extreme Langsamkeit, nicht funktionierende Features: Sofortige Ablehnung. Das gilt auch für Beta-Versionen.
- Korrekte Beschreibungstexte. Screenshots und Beschreibung müssen mit der App übereinstimmen. Benutzer sollen bekommen, was ihnen versprochen wurde.
- App-Konventionen einhalten. Eine App soll sich wie eine App anfühlen, nicht wie eine Windows-95-Anwendung. Eine App, die nur eine Webseite anzeigt, wird ebenfalls abgelehnt.
- Kein unnötiger Stromverbrauch. Keine Krypto-Miner im Hintergrund.
- Nur stabile Schnittstellen verwenden. Dein Entwickler wird darauf achten.
- Hintergrundaktivität nur mit guten Gründen. Erlaubt sind: VoIP, Audiowiedergabe, GPS-Navigation, Fertigstellung von Downloads oder rechenintensiven Prozessen.
- In-App-Käufe über Apples Mechanismus. Benutzer kennen diesen Bildschirm und vertrauen ihm.
Was passiert bei einer Ablehnung?
Auch hier: kein Grund zur Panik. Es kann vorkommen, dass ein Reviewer strenger ist als ein anderer. Oder dass bei einer neuen Version eine alte Stelle der App bemängelt wird, die zuvor nie beanstandet wurde. Apple gibt bei jeder Ablehnung den Grund an und bittet darum, die Sache nachzubessern und es erneut einzureichen. Du wirst nicht im Regen stehen gelassen.
Wer jedoch bewusst und extrem fahrlässig gegen Apples Regeln verstößt oder versucht sie auszutricksen, kann vollständig und dauerhaft vom App Store ausgeschlossen werden.
Und Google? Was ist mit Android?
Seit einiger Zeit hat auch Google einen Review, allerdings deutlich schlanker als Apples. Der Fokus liegt auf Malware, Viren und Copyright-Verletzungen. Android ist grundsätzlich offener: Selbst wenn Google eine App nicht im Play Store zulässt, kann sie über andere Stores verfügbar sein. Im Gegensatz zu Apple erlaubt Google auch Stores anderer Anbieter, wie den Amazon Appstore.
Für die genauen Definitionen und alle weiteren Punkte empfehle ich das offizielle Dokument von Apple: App Store Review Guidelines