Für Webseiten gibt es SEO. Für Apps gibt es ASO: App Store Optimization. Worauf kommt es wirklich an, um in der Suche im App Store oben zu landen?
Viel Geheimnistuerei
Wie bei SEO ist auch bei ASO vieles Raterei. Die genauen Faktoren und ihre Gewichtung sind nicht öffentlich bekannt. Man verlässt sich auf Erfahrungswerte und testet.
Die offensichtliche Stellschraube, mit einem Haken
Das Naheliegendste: Beschreibungstexte und Keywords. Das ist die einzige Stelle, wo du in Textform arbeitest, was wichtig ist, weil die Suche im App Store über eine Texteingabe funktioniert. Im App Store und Play Store gibt es ein eigenes Feld für Keywords. Aber Vorsicht: im App Store hast du dafür nur 100 Zeichen. Du musst Prioritäten setzen.
Du kannst auch Keywords im App-Namen und im Untertitel (nur App Store) unterbringen. Die App von Otto zum Beispiel heißt auf dem Homescreen schlicht „OTTO”, im App Store aber „OTTO – Shopping und Möbel” mit dem Untertitel „Mode, Technik, Fashion shopping”. Keywords selbst werden dem Benutzer nicht angezeigt, nur Titel, Untertitel und Beschreibungstext.
Der Haken: Im Google Play Store wird der Beschreibungstext für die Suche indexiert. Im App Store von Apple nicht. Dort zählen für die Suche primär die Keywords. Das ändert nichts daran, dass der Beschreibungstext trotzdem gut sein muss. Er überzeugt oder schreckt ab. Und: Im App Store werden anfangs nur die ersten drei Zeilen angezeigt. Wer mehr lesen will, muss aktiv auf „mehr” tippen. Diese drei Zeilen müssen sitzen.
Dein Ziel ist nicht nur Sichtbarkeit, sondern der Download
Benutzer müssen konvertieren. Herunterladen. Kaufen. Tun sie das nicht, springen sie ab. Bei Webseiten kann eine Suchmaschine nicht sicher sagen, ob jemand die gesuchte Information gefunden hat oder nicht. Beim App Store schon. Ein Download weniger. Und rate mal was ein wichtiger Faktor im Ranking ist.
Downloads
Im Gegensatz zu SEO wissen Apple und Google ganz genau, ob jemand konvertiert hat. Downloads stärken die Relevanz deiner App für bestimmte Keywords. Besseres Ranking.
Dabei zählt nicht nur die Gesamtzahl, sondern auch die Geschwindigkeit. Wer innerhalb kurzer Zeit viele Downloads generiert, bekommt einen deutlich stärkeren Ranking-Boost als jemand mit der gleichen Zahl verteilt über ein Jahr.
Auch der Preis spielt eine Rolle. Wenn Nutzer für eine App zahlen, signalisiert das den Plattformen, dass es einen Grund dafür gibt. Apple und Google sind außerdem an ihren 30% Provision interessiert.
Und jetzt wird es interessant. Denn bei SEO wäre man damit mehr oder weniger fertig. Bei Apps aber gehen Benutzer nach einem Download nicht zurück in den Store und suchen erneut nach der App. Sie benutzen sie. Und da Apple und Google sowohl den Store als auch das Betriebssystem stellen, haben sie sehr gute Einsicht darin, wie eine App genutzt wird. ASO findet also auch in deiner App statt.
Sind deine Kunden zufrieden?
Apple und Google wissen, ob die App nach dem Download wieder deinstalliert wurde, und wie schnell. Sie wissen, wie oft und wie lange die App geöffnet wird. In anderen Worten: löst du wirklich das Problem deiner Kunden? Und zwar so, wie sie es gelöst haben wollen?
Lädt die App schnell? Fühlt sie sich gut an? Hat sie ein durchdachtes Design? Ist sie zuverlässig? Stürzt sie ab? (GANZ schlimm!)
Die Vorstellung, alles über gezielte Optimierung im App Store regeln zu können, ist schön, aber nicht realistisch. Schlechte Texte und Bilder überzeugen niemanden vom Download. Aber langfristigen Erfolg hast du nur, wenn du deine Benutzer auch aktiv hältst.