Kannst du dein Projekt nicht selbst entwickeln, stehst du vor der Frage: Freelancer oder Agentur? Es gibt keinen richtigen Weg, nur den, der zu dir passt. Drei Faktoren sind dabei ausschlaggebend: persönlicher Kontakt, Organisationsaufwand und Kosten.
Persönlicher Kontakt mit dem Entwickler
Bei einer Agentur kommunizierst du in der Regel mit einem Projektmanager. Er verteilt Aufgaben an die Entwickler und ist dein Ansprechpartner für Rückfragen. Direkte Kommunikation mit dem Entwickler gibt es manchmal, manchmal nicht. Das hängt von der Agentur ab. Bei einem Freelancer gibt es nur den direkten Draht.
Was ist dir lieber? Kürzere Wege bedeuten schnellere Klärung, mehr persönlichen Kontakt, ein besseres gegenseitiges Einschießen. Wenn du diesen Kontakt eher nicht willst, zum Beispiel weil das Projekt groß ist und mehrere Entwickler beteiligt sind — ist das ebenfalls legitim.
Organisationsaufwand
Sind mehrere Entwickler am Projekt beteiligt, zum Beispiel einer für iOS, einer für Android, einer für das Backend, kann eine Agentur das Projektmanagement für dich übernehmen. Du hast eine feste Bezugsperson und musst die komplexere Kommunikation nicht selbst koordinieren.
Hast du mehrere Freelancer direkt an der Hand, kann das aufwändig werden, vor allem ohne Projekterfahrung in Software. Allerdings können sich mehrere Freelancer auch zusammenschließen, und einer übernimmt das Projektmanagement. So kannst du den persönlichen Kontakt behalten und gleichzeitig jemanden haben, der die technische Koordination übernimmt.
Natürlich lässt sich eine Agentur diesen Mehraufwand an Organisation auch bezahlen.
Kosten
Ein Freelancer muss Ausfälle, Krankheitstage, Urlaub und Projektrisiko einpreisen. Das gilt für Agenturen genauso. Agenturen haben aber oft mehr Overhead: Personalkosten für Leute, die nicht direkt am Projekt beteiligt sind, Verkauf, Marketing. Im Schnitt muss eine Agentur daher mehr verlangen als ein Freelancer.
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Wenig aussagekräftige Argumente
Ein beliebtes Argument gegen Freelancer: sie sind Einzelpersonen, Agenturen können gleich ein ganzes Team stellen. Das stimmt, aber wir Freelancer haben Netzwerke und wissen, wer gut und verlässlich ist. Wir können einschätzen, wer kommunikativ zu einem Projekt passt. Auch Agenturen haben nicht immer die nötige Manpower sofort parat und holen sich dann Freelancer ins Projekt. Das ist nicht verkehrt. Es bedeutet nur, dass das Manpower-Argument wenig Gewicht hat.
Auch die Nachbetreuung wird gerne als Argument für Agenturen angeführt. Aber: Ist der Freelancer gut, betreut er dich genauso verlässlich nach wie eine Agentur. Und bei einer Agentur kann es passieren, dass die Entwickler inzwischen die Firma gewechselt haben. Das Know-how über dein Projekt muss sich dann jemand Neues erst erarbeiten. Das dauert. Und die Kosten trägt am Ende indirekt du.
Worauf es wirklich ankommt
Wie viel direkten Kontakt willst du mit denen, die den Code schreiben? Wie kurz sollen die Kommunikationswege sein? Sind dir Kosten wichtiger oder möglichst wenig Organisationsaufwand? An diesen Fragen hängt die Entscheidung.