Du willst die App nicht sofort öffentlich rausgeben, sondern erst ausgewählten Testern zeigen, bevor sie im Store landet. Gut. Aber wie installieren die Tester sie? Und wie bekommst du selbst eigentlich eine Version zum Testen, um zu sehen was der Entwickler so schafft?
Auf Android ist alles einfacher
Android gibt dir mehr Freiheiten, auch bei der Verteilung von Apps. Technisch kann man eine Android-App einfach per E-Mail an Tester schicken. Fertig.
Bei iOS ist das anders, und das hat mit einem technisch komplexen Thema zu tun: digitale Signierung. Um eine App auf einem iOS-Gerät zu installieren, muss sie auf eine bestimmte Art digital signiert sein. Das Gerät prüft bei der Installation, ob die App aus einer vertrauenswürdigen Quelle kommt. Das verhindert unter anderem gefälschte Apps, verursacht aber auch einige Schwierigkeiten beim Testen. Viele Entwickler setzen sich ungern damit auseinander.
Es gibt zwei Wege, auch iOS-Apps an Tester zu bekommen.
Testen im kleinen Kreis
Sind alle Tester bekannt und eng ans Entwicklerteam angebunden, lohnt sich dieser Ansatz. Der Entwickler braucht die sogenannte UDID, den „Unique Device Identifier”, jedes Testgeräts. Alle Tester müssen diese ID einmalig herausfinden und dem Entwickler schicken. Die IDs werden dann in Apples Entwicklerportal eingetragen und in die digitale Signatur der App aufgenommen. Installiert jemand die App auf einem Gerät, das nicht in der Liste steht: Fehlermeldung.
Die Liste ist auf maximal 100 Einträge beschränkt. Größere Testergruppen sind damit nicht möglich. Der Vorteil: die App kann sofort installiert werden. Der Nachteil: du musst jeden Tester einzeln nach seiner Geräte-ID fragen.
Die Verteilung selbst läuft dann über Plattformen wie AppCenter (Microsoft) oder Firebase (Google). Wird eine neue Version hochgeladen, bekommen die eingetragenen Tester eine E-Mail. Das funktioniert übrigens genauso für Android-Apps, ohne manuelle E-Mails.
Testen im größeren Kreis
Willst du deine Tester nicht mit technischen Details wie der UDID belasten, führt kein Weg an TestFlight vorbei. Das ist Apples eigenes Tool zum Verteilen von Test-Apps.
Der Haken: die App muss vor der Verteilung den normalen App-Review-Prozess von Apple bestehen. Das bedeutet 1–2 Tage Wartezeit. Ist die App durch, bekommen Tester mit der installierten TestFlight-App sogar Push-Nachrichten, wenn eine neue Testversion verfügbar ist. Außerdem können sie direkt über TestFlight Feedback schicken.
Unter’m Strich: einfacher für die Tester, aber langsamer in der Iteration.
Welcher Weg passt wann?
Wenn du im kleinen Kreis testest und deine Tester technisch versiert genug sind, um eine UDID herauszufinden und weiterzugeben: direkte Verteilung über AppCenter oder Firebase. Wenn du einen breiteren oder weniger technischen Kreis ansprechen willst: TestFlight. Ein guter Entwickler berät dich hier, und der Ansatz lässt sich jederzeit wechseln.