Ja warum überhaupt?
Diese Frage stelle ich dir als Entwickler, obwohl ich natürlich froh wäre, wenn mehr Kunden mehr Apps wollen. Aber nein. Ein guter Entwickler berät dich, welche Technologie für deinen Zweck am meisten Sinn macht. Und manchmal ist die Antwort: Keine App.
Was soll die App können?
Gibt es Kernfunktionen, die du mit einer Webseite nicht oder nur schwer erreichen kannst? Wenn ja, dann ist der Mehraufwand einer App gegenüber einer Webseite meistens gerechtfertigt. Typische Beispiele:
- Offline arbeiten
- App-internes Speichern und Synchronisieren von Daten zwischen Geräten
- Push-Nachrichten
- Hintergrundaktivität (Musik, Downloads)
- Bluetooth, GPS, Kompass
- Kamera, Mikrofon
- Accelerometer oder Gyroskop
- Gesundheitsdaten (HealthKit auf iOS)
- NFC
- Siri oder Google Assistant
Gibt es auch Ausnahmen?
Ja. Es gibt viele Apps, bei denen technisch betrachtet auch eine Webseite gereicht hätte. News-Apps zum Beispiel: kein Login, alle Benutzer sehen das Gleiche, die Inhalte werden einfach aus dem Internet geladen. Die einzige Daseinsberechtigung ist der Komfort. Bist du bereit, für diesen Komfort Geld in die Entwicklung zu stecken?
Eine Variante ist auch, einfach eine Webseite als App zu verpacken damit der Benutzer ein Icon auf dem Homescreen hat. Apple lehnt das jedoch ab, und meiner Meinung nach zurecht. Eine App soll sich wie eine App anfühlen. Google ist da deutlich entspannter, aber ob solche Apps besonders gute Bewertungen bekommen, ist eine andere Frage.
Der kühle Kopf entscheidet
Oft kommen Kunden mit dem festen Entschluss, dass es eine App werden muss, ohne sich wirklich gefragt zu haben warum. Mein Rat: sei dir wirklich im Klaren, warum das Investment eine gute Idee ist. Am Ende kostet Entwicklung Geld. Niemand gibt gerne Geld aus, das er hätte sparen können.