Was kostet eine App?

Was kostet eine App? Die ehrliche Antwort: es kommt drauf an. Die wichtigsten Faktoren – von iOS vs. Android über Backend bis Design – einfach erklärt.

Jan Mensch Jan Mensch ·
Was kostet eine App?

„Was kostet eine App?” ist eine der häufigsten Fragen, die Entwickler gestellt bekommen. Die ehrliche Antwort: Das lässt sich nicht pauschal sagen – und wer es trotzdem tut, macht eine unrealistische Schätzung.

Eine vergleichbare Frage: Was kostet ein Haus? Auch hier ist die Antwort nicht möglich, ohne viele weitere Fragen zu beantworten.

Im Gegensatz zu Häusern ist es bei Software schwerer, sich die Kostentreiber vorzustellen – weil die meisten keine Erfahrung mit dem „Innenraum” von Software haben. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Faktoren, die den Preis einer App bestimmen.

Faktor 1: iOS, Android oder beides?

Wie im Artikel Nativ? Cross-Platform? Hybrid? erklärt: iOS und Android sind grundlegend verschiedene Systeme. Eine native App für beide Plattformen bedeutet im Kern zwei separate Projekte.

Dieser einzelne Faktor kann die Kosten bereits verdoppeln.

Faktor 2: Braucht die App ein Backend?

Ein Backend ist ein Server, der Daten speichert, verwaltet und an die App ausspielt. Es wird benötigt, wenn:

  • Nutzer sich registrieren oder einloggen können
  • Nutzerprofile existieren
  • Inhalte zentral verwaltet werden sollen (z. B. von dir als Betreiber)
  • Daten zwischen mehreren Geräten synchronisiert werden sollen

Ein Backend ist ein eigenständiges Softwareprojekt. Je nach Anforderungen hat man dann nicht ein, sondern zwei oder drei Projekte parallel: iOS-App, Android-App und Backend – mit einer Abhängigkeit zwischen allen dreien.

Faktor 3: Qualität der Entwicklung

Beim Entwickler zu sparen ist eine der teuersten Entscheidungen, die ein App-Projekt treffen kann.

Soll die App nur ein kurzfristiger Prototyp sein? Dann kann man auf Qualität verzichten – bewusst und mit klarem Kopf. Plant man jedoch eine App, die langfristig weiterentwickelt und gewartet werden soll, ist Softwarequalität kein Luxus, sondern eine Investition.

Schlecht strukturierter Code ist wie ein schlecht gebautes Haus: Am Anfang sieht alles gut aus, aber jede Erweiterung ist teurer, zeitaufwendiger und fehleranfälliger. Jedes neue Feature kann bestehende Features beschädigen. Irgendwann ist Neuentwicklung günstiger als Flickwerk – das kostet dann mehr als eine solide Erstentwicklung je hätte kosten sollen.

Faktor 4: Design

Design ist nicht gleich Design. Es gibt verschiedene Aufwandsstufen:

  • Minimal: Standard-Systemkomponenten von iOS/Android mit wenig Anpassung
  • Moderat: Gezielte Gestaltung mit eigenen Farben, Typografie und Icons
  • Vollständig custom: Alle Elemente sind individuell gestaltet, mit Animationen, Übergängen und Mikrointeraktionen

Hinzu kommt: Android und iOS haben unterschiedliche Design-Konventionen. Je stärker man diesen Unterschied berücksichtigt, desto besser das Nutzererlebnis – aber auch desto mehr Aufwand.

Designs müssen erst erstellt werden, bevor sie entwickelt werden können. Ein Designprozess ist also ein eigener Kostenpunkt.

Faktor 5: Mehrsprachigkeit

Mehrsprachigkeit wird oft vergessen. Dabei ist der Aufwand nicht trivial:

  • Übersetzungen müssen bereitgestellt werden
  • Das Layout muss für jede Sprache geprüft werden – verschiedene Sprachen haben sehr unterschiedliche Textlängen, und ein Layout, das auf Deutsch funktioniert, kann auf Französisch brechen
  • Jede Sprache erfordert eine eigene Test- und Korrekturschleife, idealerweise auf mehreren Gerätegrößen

Jede dieser Schleifen kostet Zeit und damit Geld.

Faktor 6: Reifegrad der Idee

Je weniger klar das Konzept beim Start ist, desto mehr kostet die Entwicklung – aus zwei Gründen:

  1. Unklarheiten erzeugen Fragen, Wartezeiten und Rückläufer.
  2. Wenn sich das Konzept während der Entwicklung ändert, muss bereits Gebautes umgebaut oder verworfen werden. Der Aufwand wurde bezahlt – das Ergebnis nicht nutzbar.

Eine gut ausgearbeitete Idee ist kein Luxus, sondern eine direkte Kostenersparnis.

Warum Schätzungen trotzdem schwierig bleiben

Selbst mit einem klaren Konzept lässt sich Software nie exakt schätzen. Das ist kein Versagen, sondern eine Eigenschaft von Softwareentwicklung – sie ist Forschungsgegenstand an Universitäten und noch immer ungelöst.

Sinnvoller als ein Festpreis für das Gesamtprojekt ist oft ein iterativer Ansatz: Das Projekt wird in Abschnitte unterteilt, jeder Abschnitt wird einzeln geplant und bewertet, sobald der aktuelle Stand klar ist.


Häufig gestellte Fragen

Warum kann man den Preis einer App nicht pauschal nennen? Weil zu viele Faktoren den Aufwand beeinflussen: Plattformen (iOS/Android), Backend-Bedarf, Qualitätsanspruch, Design-Aufwand, Mehrsprachigkeit und Konzeptreife. Eine pauschale Zahl ist in den meisten Fällen unrealistisch.

Was ist der teuerste einzelne Faktor bei der App-Entwicklung? Die Plattformwahl hat den größten Einzeleffekt: Wer iOS und Android nativ entwickeln lässt, hat im Kern zwei Projekte – das verdoppelt die Entwicklungskosten.

Wann lohnt sich ein Backend für eine App? Sobald Nutzerdaten zentral verwaltet, gespeichert oder geräteübergreifend synchronisiert werden sollen. Auch wenn du als Betreiber Inhalte verwalten möchtest, ist ein Backend notwendig.

Warum ist es riskant, beim Entwickler zu sparen? Günstige Entwickler liefern oft kurzfristig schnellere, aber langfristig teurere Ergebnisse. Schlecht strukturierter Code macht jede Erweiterung aufwendiger und fehleranfälliger. In einigen Fällen ist eine Neuentwicklung nach wenigen Monaten günstiger als das Flickwerk weiterzuführen.

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