Von der Idee zum Design - Du willst also eine App Teil 6

Wie kommt man von einer App-Idee zu einem konkreten Design? Eine praktische Übung mit Papier-Sketches, die Designer und Entwickler wirklich weiterbringt.

Jan Mensch Jan Mensch ·
Von der Idee zum Design - Du willst also eine App Teil 6

Einen Designer beauftragen und fertig – reicht das? Nein. Ein Designer kann keine Gedanken lesen. Er wird viele Fragen haben, genau wie der Entwickler. Je konkreter du vor dem ersten Gespräch bist, desto produktiver wird die Zusammenarbeit.

Hier ist eine praktische Übung, die dir hilft, konkrete Vorstellungen zu entwickeln – bevor du zu viel Geld für Iterationen ausgibst.

Die Papier-Sketch-Übung

Lade vier Personen ein – zum Beispiel potenzielle Nutzer, Kollegen oder Freunde, die die Zielgruppe vertreten. Erkläre deine App-Idee, bis alle ihre Fragen gestellt und beantwortet haben. Dann gebt ihr allen dieselbe Aufgabe:

Die Aufgabe: Zeichne die App auf ein Blatt Papier – grob, schematisch, nur mit Strichen. Kein Verkünsteln.

Leitfragen dabei:

  • Wie sieht die Startseite aus?
  • Was passiert, wenn ich auf diesen Button drücke?
  • Wie sieht die nächste Seite aus?
  • Wie gelangt der Nutzer zur Funktion, die er eigentlich ausführen will?
  • Wie sehen die Ansichten auf diesem Weg aus?

Was diese Übung zeigt

Wahrscheinlich hattest du bereits eine Vorstellung im Kopf, wie die App aussehen soll. Und wahrscheinlich ist diese Vorstellung in keiner der gezeichneten Versionen vollständig zu erkennen – jede Person sieht die Lösung etwas anders. Das ist gut so. Damit liegen mehr Ideen auf dem Tisch als du allein produziert hättest.

Jetzt kannst du die besten Aspekte aus allen Entwürfen in einem einzigen kombinieren.

Im nächsten Schritt lohnt es sich, ein oder mehrere potenzielle Nutzer zu bitten, den kombinierten Entwurf durchzuspielen: Wie würden sie die App benutzen, wenn sie diesen Sketch vorgelegt bekommen? Das Feedback kannst du wieder in den Entwurf einarbeiten.

Was mit dem Ergebnis passiert

  • Einfacher Entwurf: Ein erfahrener Entwickler mit einem Auge für Design kann daraus direkt eine brauchbare App entwickeln.
  • Komplexerer Entwurf: Hier empfiehlt sich der Weg zu einem erfahrenen UI/UX-Designer.

In beiden Fällen sparst du dir unnötiges Hin und Her mit dem Designer – weil du mit konkreten Vorschlägen ins Gespräch gehst, nicht mit vagen Beschreibungen.


Häufig gestellte Fragen

Warum reicht es nicht, einfach einen Designer zu beauftragen? Ein Designer kann keine Ideen erraten. Je konkreter du deine Vorstellungen kommunizieren kannst, desto effizienter verläuft die Zusammenarbeit – und desto weniger Iterationsschleifen (und Kosten) entstehen.

Warum Papier statt digitaler Mockups? Papier-Sketches sind schnell, günstig und nehmen keinen Druck auf das Ergebnis. Sie laden zum Ausprobieren und Verwerfen ein, ohne dass Zeit in polierte Präsentationen geflossen ist. Das Ziel ist das Sammeln von Ideen, nicht die finale Vorlage.

Muss ich mehrere Personen einladen oder kann ich das alleine machen? Die Übung funktioniert auch alleine – aber mit mehreren Personen entstehen mehr unterschiedliche Perspektiven. Jede Person sieht die Lösung etwas anders, und das Beste aus diesen verschiedenen Ansätzen zu kombinieren führt zu besseren Ergebnissen als eine einzelne Sichtweise.

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