Apps werden nicht nur für den öffentlichen App Store entwickelt. Firmeninterne Apps – also Apps, die ausschließlich von eigenen Mitarbeitern genutzt werden – können ein wirksames Werkzeug sein, um Prozesse zu verbessern und wiederkehrende Aufgaben zu vereinfachen.
Trotzdem werden hausinterne Apps bei der Frage nach Digitalisierungsmöglichkeiten häufig übersehen.
Warum hausinterne Apps oft unterschätzt werden
Fast jeder Mitarbeiter trägt heute einen leistungsfähigen Computer in der Hosentasche – sein Smartphone. Viele Unternehmen beschränken dessen Nutzung auf E-Mail-Erreichbarkeit. Dabei bietet genau dieses Gerät viel mehr Möglichkeiten: GPS, Kamera, Offline-Fähigkeit, Formulare, Datenerfassung, Benachrichtigungen.
Die Frage lohnt sich: Warum werden diese Möglichkeiten so selten genutzt?
Zwei konkrete Beispiele aus der Praxis
Außendienst-Unterstützung
Eine App kann Außendienstmitarbeitern helfen, ihren Tag zu strukturieren: Welche Ziele sind heute anzufahren? Welche Informationen werden vor Ort benötigt? Welche Daten müssen erfasst werden?
Ohne App landen handschriftliche Notizen abends am Computer – ein Schritt, der direkt entfällt, wenn die Erfassung bereits vor Ort per Formular in der App geschieht. Das spart Zeit, reduziert Fehler und macht den Prozess nachvollziehbarer.
Produktion und Versand
Eine weitere Anwendung: In Produktion und Versand stellt ein Tablet immer alle relevanten Informationen zum aktuellen Auftrag bereit – Schritt für Schritt, für alle zu fertigenden Produkte, sodass nichts vergessen werden kann. Inklusive automatisiertem Druck des Versandetiketts.
Das Ergebnis: Kein Hin- und Herlaufen mehr zum Schreibtisch, um Details nachzuschlagen. Kein vergessenes Teil. Kein falsches Versandetikett.
Die richtigen Fragen für dein Unternehmen
Welche Prozesse in deinem Unternehmen könnten von einer hausinternen App profitieren? Ein paar Leitfragen:
- Was kostet am meisten Zeit? Gibt es Teile davon, die automatisierbar wären?
- Was passiert besonders häufig? Wiederkehrende Aufgaben mit klarem Schema sind prädestiniert für Digitalisierung.
- Was folgt immer demselben Ablauf? Je einheitlicher ein Prozess, desto einfacher lässt er sich in eine App überführen.
- Was wird von Person zu Person geschoben? Undankbare Aufgaben, die immer wieder liegen bleiben, sind oft ein Zeichen für einen unstrukturierten Prozess.
Was Digitalisierung wirklich bedeutet
Digitalisierung bedeutet nicht, Computer am Arbeitsplatz einzuführen oder Briefe durch E-Mails zu ersetzen. Es bedeutet, konkret zu fragen: Was ist heute verbesserungswürdig, und wie kann ich aktuelle Technik einsetzen, um das zu lösen?
Ist ein Schritt getan, lohnt sich dieselbe Frage erneut – weil neu entwickelte Technik neue Möglichkeiten eröffnet, die vorher nicht existierten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine hausinterne App? Eine hausinterne App (auch Enterprise App) ist eine mobile Anwendung, die ausschließlich für die eigenen Mitarbeiter eines Unternehmens entwickelt wird und nicht im öffentlichen App Store verfügbar ist.
Für welche Aufgaben eignen sich hausinterne Apps besonders? Besonders gut geeignet sind sie für wiederkehrende Aufgaben mit klarem Ablauf: Datenerfassung vor Ort, Checklisten, Auftragsmanagement, Kommunikation zwischen Standorten oder automatisierte Prozessschritte wie der Druck von Versandetiketten.
Müssen hausinterne Apps durch den App Store Review? Nein. Firmeninterne Apps werden über eigene Vertriebswege verteilt, nicht über den öffentlichen App Store. Apple und Google bieten dafür eigene Programme für Unternehmen an (Apple Business Manager, Google Play Managed).
Wann lohnt sich eine hausinterne App gegenüber einer Tabellenkalkulation oder einem Webformular? Wenn Mitarbeiter mobil sind und keinen festen Arbeitsplatz haben, wenn Offline-Fähigkeit nötig ist oder wenn die Nutzung von Gerätehardware (Kamera, GPS, Bluetooth) den Prozess erheblich vereinfacht.